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Der Gründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, wird als Sohn des Porzellanmalers Christian Friedrich am 10. April 1755 in Meißen als eines von 4 Kindern geboren. Sein Vater sorgt dafür, dass seine Kinder eine gute Ausbildung bekommen. So geht Hahnemann erst einmal in eine Materialwaren-Lehre, die allerdings baldigst von dem Jungen abgebrochen wird.

Der Magister Müller nimmt ihn als Famulus in seiner Familie auf und lässt ihn ohne Entgelt an der St. Afra-Fürstenschule lernen.

Ab 1775 geht Hahnemann nach Leipzig, um dort Medizin und Chemie zu studieren; mit der Übersetzung medizinischer Texte verdient er seinen Lebensunterhalt.

Nach 4 Semestern wechselt er nach Wien, wo er als Leibarzt und Bibliothekar für den Freiherr Samuel von Brukenthal arbeitet. Zwei Jahre später promoviert Hahnemann an der Erlanger Universität.

Im Laufe der folgenden Jahre wird Hahnemann deutlich, dass mit den medizinischen Methoden (Aderlässe, Schröpfköpfe, hoch giftige Medikamente, …) keine Heilung, wohl aber enorme Schwäche zu erzielen ist. Er schreibt neben seinen Übersetzungen viele Artikel, die ihn bekannter machen.

1781 lernt er in Dessau die Stieftochter des Apothekers kennen, bei dem er eine Ausbildung als Apotheker macht. Ein Jahr später heiratet er Henriette, mit der er im Laufe der Jahre 8 Kinder bekommt. Da er als Arzt nicht zu arbeiten wagt wegen der drastischen Behandlungsmethoden, schlägt er sich mit Übersetzungen und Schriften durch.

1790 stößt er auf die Materia medica des Schotten Dr. William Cullen. Dort wird über die Chinarinde berichtet. Dies weckt Hahnemanns Interesse. Er experimentiert damit und testet die Wirkung nicht nur bei sich sondern auch bei anderen Menschen. Sein Resultat: Man kann Ähnliches durch Ähnliches heilen = Similia similibus curentur.

Nun hat er einen Weg gefunden, tatsächlich an der Heilung von Menschen arbeiten zu können. 1810 veröffentlicht er seine erste Ausgabe des „Organon der Heilkunst“. Bis zu seinem Lebensende hat er es noch fünfmal überarbeitet.

In Leipzig erhält er einen Lehrstuhl, zieht später noch diverse Male um, (Köthen, Torgau…), bis 1830 Henriette plötzlich verstirbt.

Vier Jahre später lernt er Melanie d’Hervilly kennen, die er heiratet und mit ihr nach Paris, ihrer Heimatstadt, zieht. Dort verstirbt er am 2. Juli 1843 im Alter von 88 Jahren, vermutlich an einer Lungenentzündung.

 

Hahnemanns Werk

Auf Hahnemann gehen die Begriffe „Alloepathie“ und „Homöopathie“ zurück. Er hat als erster eine Anamnese (Krankengeschichte) von seinen Patienten angelegt.

Dabei müssen wir berücksichtigen, dass die Ausbildung zum Arzt in seiner Zeit katastrophal schlecht war. Die bis dahin herrschende „Medizin“ war das Produkt einer anfänglich kirchlichen Ausbildung in Instituten und Seminaren, die notwendig geworden war, da mit der Hexenverfolgung die üblichen Heiler*innen und Hebammen ausgerottet worden waren. Es waren theoretisierende „Mediziner“, die aufgrund des kirchlichen Verbotes einen Menschen nach seinem Tode nicht sezieren durften; mit dem Erfolg, dass sie weder über heilerische Erfahrung noch über körperliche Kenntnisse verfügten. Geburten wurden unter der Bettdecke erledigt und die Frauen starben reihenweise, oft ebenso wie ihre gerade geborenen Kinder. Unsere Idee, man müsse den Körper „reinigen“ war von der Allopathie aufgegriffen worden. Reinigungen mit drastischen bis tödlichen Maßnahmen.

In dieses Vakuum hinein beginnt Hahnemann zu wirken. Er findet rasch einige andere Ärzte, die sich ebenfalls für seine Methode interessieren. Es bildet sich ein homöopathischer Kreis, der ob der beweglichen Wohnsituation Hahnemanns (er ist mehr als 30mal umgezogen) sich bis Paris ausweitete. Später emigrierten viele (Boericke, Hering…) in die Vereinigten Staaten und andere Länder. Die kriegerischen Ereignisse in Europa machten dies notwendig.