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Die ersten Schritte

Da Dikta jedoch lernfähig ist, könnte sie ab jetzt einmal beobachten, ob es noch mehr als diesen einen Rückwärtsgang gibt. Auf die Dauer und mit viel Geduld wird sie erstaunliche Beobachtungen machen. Sie wird herausfinden, dass vieles oft eine Frage der Interpretation ist, wenn sie etwas für „gut“ oder „schlecht“ hielt.

So könnte sie ganz gezielt darauf achten, eine gewünschte Zukunft zu denken, während sie alle anderen Zukünfte und Ängste ignoriert. Sie könnte sensibel auf Kleinigkeiten achten, fremde Einschätzungen zurückstellen, sich selbst ein Urteil bilden. Vor allem aber könnte sie ihre Sprachführung gut ins Auge fassen.

Alle Formulierungen, die mit einem „nicht“ gebildet werden, erzeugen eigentlich das Bild von dem, was ich ablehne:

„Ich will nicht in den Supermarkt gehen!“ – Was denke ich nun tatsächlich? Ich sehe vor meinem geistigen Auge eben den Supermarkt, den ich gar nicht will. Eli, der nichts kritisiert, steuert mich deshalb auch direkt auf den Supermarkt zu.

„Ich will nicht, dass der Lehrer mich heute aufruft!“ – Was sehe ich? Den Lehrer, der mich aufruft! Eli hat den Befehl verstanden und sorgt dafür, dass der Lehrer mich bei passender Gelegenheit prompt aufruft.

Jede unserer Formulierungen, die sich an das Wort „nicht“ koppelt, ist eine Bestellung für das Gegenteil unserer Wünsche. So haben wir es gelernt, als unsere Mutter sagte „fass nicht in die Kerze. Das tut weh!“ und wir uns verbrannte Finger holten, während Mama meinte „na, was habe ich gesagt?!“ – Wie schon erwähnt: unsere Eltern wussten es auch nicht besser, denn niemand hat sie / uns darüber aufgeklärt.

Ohne auch nur im Traum auf die Idee zu kommen, die Dikta-Befehle zu kritisieren, setzt Eli alles in die Realität um, solange es nicht mit anderen Absichten und Vorstellungen kollidiert. Tut es das, dann sucht er nach einem Kompromiss. In jedem Fall wird das Ergebnis immer so dicht wie möglich am geäußerten Wunsch liegen.

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