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Die größte Gefahr für einen Homöopathen besteht darin, dass er kein wahrer Hahnemann-Homöopath ist; dass er eine Mischung von vielem praktiziert, von vielen Heilmitteln, die zusammen dann eine Art Mischung (Bastard) ergeben, die zu keinem erhofften Ergebnis führt. Dies vernichtet nicht nur die Hoffnung des Patienten sondern auch die Arbeit des Therapeuten. Leider kommt dies sehr häufig vor.

Arnica D 30

  • 1. Der Homöopath hat seine philosophische Grundhaltung verlassen.
  • 2. Er schafft es nicht, einen vollständigen Fall und die Fallaufnahme zustande zu bekommen, auf deren Basis ein umfassendes Heilmittel gefunden werden kann. Vernachlässigt die Gemütssymptome als auch die konstitutionellen Grundlagen oder die Modalitäten.
  • 3. Es fehlt ihm an Geduld. Er kann nicht warten (nach einer Gabe) und beobachten, welchen Erfolg sie zeitigt. Er wiederholt das Mittel zu oft und zu häufig, so dass es zu einer Prüfung kommt. Alles aus innerer Ungeduld und übertriebenem Eifer – und die Besserung kann nicht eintreten, weil sie von Re-Aktionen überdeckt wird.
  • 4. Er erkennt nicht die Abläufe der Heringschen Gesetze: dass das Heilmittel von innen nach außen, von oben nach unten, und in umgekehrter Reihenfolge des Auftretens der Symptome erfolgt.
  • 5. Dank der fehlenden Geduld und der fehlenden Tiefe beim Repertorisieren nimmt er oft das zweitbeste Mittel; es stehte gerade an scheinbar oberster Stelle in der Repertorisation. Damit verliert er vielleicht sogar das Vertrauen des Patienten; vor allem das derer, die unter ständiger Medikamenteneinnahme gestanden haben.
  • 6. Er schafft es nicht, sicherzustellen, dass der Patient tatsächlich das Heilmittel zur angesetzten Zeit nimmt (weshalb man das Mittel möglichst immer selbst verabreichen sollte). Oder er scheitert daran, dass er nicht erkennt, ob es Ernährungsstörungen gibt, oder andere externe Faktoren, die das Krankheitsgeschehen aufrecht erhalten. Oder er verfehlt, die antidotierende Wirkung von Gebrauchsstoffen zu erkennen, die die Wirkung seiner Therapie unterlaufen.
  • 7. Er berücksichtigt nicht die psychologischen und soziologischen Faktoren, die für den Patienten als lebensbestimmend wahrgenommen werden. Somit kann er mit ihm zusammen nicht an einer Veränderung arbeiten, die die Heilung bedingen würde.
  • 8. Er erkennt vielleicht auch nicht die Wirkungslosigkeit eines verabreichten Heilmittels und sucht deshalb auch nicht erneut nach einem besseren.
  • 9. Er erlaubt triviale Mittel (Schmerzmittel etc.), die den Ablauf verfälschen bzw. unterdrücken, während mit Ernährung und Wasseranwendungen schon viel zu erreichen wäre.
  • 10. Er ändert die Rezeptur, weil scheinbar einiges sich verändert hat; während der Patient ihm nicht erzählt / erzählen kann, ob nicht äußere Faktoren (und wenn ja, welche) zu einer Situationsveränderung geführt haben.
  • 11. Er gibt die falsche Potenz beim richtigen Heilmittel.
  • 12. Er gibt gleich zu Anfang viel zu hohe Potenzen (der Faktor „Ungeduld“ ist hier oft die Ursache, sei es die des Homöopathen, sei es die des Patienten). So strapaziert der die bei kranken Zuständen eh schon reduzierte Lebenskraft.
  • 13. Er gibt ein tiefgreifends Kosntitutionsmittel, während der Patient in einem außerst siechen Zustand befindet, wo mit palliativen Mitteln erst einmal ein besser balancierter Zustand zu erreichen wäre.
  • 14. Er berücksichtigt durch intensive Wirkung homöopathischer Heilmittel nicht, dass er es mit einem chronischen, also schon lange währenden Zustand zu tun hat, der ein „Einschleichen“ in einen Heilungsweg an den Anfang stellen würde. Oder aber er sieht nicht, dass der Patient auf seinem letzten Weg sich befindet, wo nur noch das Wohlbefinden unterstützende Mittel die richtige Auswahl darstellen.
  • 15. Er unterdrückt Symptome, die eigentlich der Entlastung für noch viel belastendere Probleme darstellen. Dann fallen diese Symptome zwar aus dem Erleiden heraus, aber dem Patienten geht es nennenswert schlechter, denn nun greift vielleicht ein tief sitzender Ärger oder eine unverarbeitete Trauer Raum. Auch hier ist mit dem Hintergrund (psychosomatisch) erst einmal zu arbeiten.
  • 16. Oder er vermischt oder verwechselt Reihenfolgen der Mittelgaben, die damit verschlimmernd bzw. vernebelnd wirken können.

Der Homöopath muss somit auch daran arbeiten, eine gute Zusammenarbeit mit dem Patienten zustande zu bekommen. Denn der eigentlich innere Arzt des Patienten muss den Abläufen folgen dürfen, um Gesundheit wieder herzustellen. Gespräche zwischen Therapeut und Patient sind hier meist die erfolgreiche Grundlage.