Inhalt
Lotosblüten, Seele, Verstand, Unterbewusstsein, Körper – ein Zusammenspiel der Kräfte als Teil der Schöpfung
Arbeitstitel, Gisa


Vorwort

Jeder Mensch besteht aus Harmo, Dikta und Eli, wohnhaft in einem Körper eigener Struktur.

Harmo ist die Liebe an sich, Verbindung mit der Schöpfung, somit auch mit dem Wissen der Schöpfung.

Dikta ist der induktive und deduktive Verstand und beurteilt deshalb das Tagesgeschehen, um es in das menschliche Leben zu integrieren; von ihm sagt der Mensch „ich“ und „mein Denken“.

Eli ist das Elementarwesen, das als durchführendes Organ alle Anweisungen von Dikta aufnimmt, um es in die Realität zu bringen; sie sitzt an den Hebeln der Macht, gestaltet täglich neu den Körper und das Außen dieser Existenz. Die Wissenschaftler nennen sie auch „Unterbewusstsein“.

Alle Drei sitzen um einen runden Tisch und bilden das MenschSein. Dikta spricht die heutigen Aufgaben an, denn er empfindet sich als Manager. Harmo sitzt in seinem Sessel und lächelt; es liebt seine Mitstreiter und vertraut völlig auf die Kraft der Schöpfung, in die es sich sicher eingebunden fühlt. Es freut sich über die Gemeinschaft, sei es die der kleinen Gruppe, sei es die aller existierenden Wesenheiten im Universum.

 

Dikta spricht von dem Zwist, der sich zwischen den Drei zurzeit immer wieder ergibt: „Das geht einfach nicht so weiter! Ich kann hier nicht arbeiten und eine Verbesserung erzielen, wenn ständig an mir rumkritisiert wird!“

Harmo lächelt: „Du kannst ganz beruhigt sein. Alle lieben Dich. Alle sind mit Dir einverstanden. Schließlich sind wir miteinander verbunden und ziehen eh alle am selben Strang. Vertrau einfach darauf, dass es funktioniert.“

„Du mit Deiner ewigen Vertrauensduselei!“ Dikta fährt sich durch die Haare. „Ich fasse es nicht, wie kann man sich so auf andere verlassen!“

„Man? Du! Aber gut. Nimm doch einfach an, dass wir uns alle entschlossen haben, hier und jetzt ein erfolgreiches Sein zu leben. Erinnere Dich einfach daran, wie wir uns hierfür entschieden haben, als wir in diese Inkarnation traten.“

„Kann ich nicht! Ich seh, was gestern passiert ist. Ich weiß, was ich für heute geplant habe und ahne, dass es wieder nicht klappt!“

„Natürlich wird es nicht klappen, wenn Du so weitermachst. Du stellst Dir einfach das Falsche vor. Du denkst ständig darüber nach, wie das eintrifft, was Du überhaupt nicht haben willst. Du siehst den Streit, Du hörst jetzt schon Deine lauten Worte und erkennst, wie Dein Mann aus dem Zimmer läuft, weil Du ihn bitterböse anschaust. Das kann nicht in Deinem Sinne sein…“

„… oh, seid Ihr endlich fertig? Kann ich loslegen?“ Eli richtet sich auf, denn das Gespräch hatte sie nicht interessiert. Da sie unfähig zur Kritik ist und außerdem nicht weiß, worauf es den beiden Anderen auf lange Sicht ankommt, hatte sie sich zurückgelehnt, für eine ruhige Atmung und einen gleichmäßigen Herzschlag gesorgt. Nun fühlte sie sich angesprochen: „Soll ich ins Wohnzimmer gehen und Adam laut anbrüllen?“

„Neeiinnnn!“ – „Was heißt das? Was willst Du, Dikta?“ – „Dass Du erst mal gar nichts tust!“ – „Wie öde…“ und Eli lehnt sich wieder zurück, Doppelschlag – Doppelschlag – Doppelschlag – Atmen – Doppelschlag – Doppelschlag – Doppelschlag – Atmen – Doppelschlag – Doppelschlag – Doppelschlag – Atmen …

Harmo lächelt schon wieder, was Dikta jedes Mal als arrogant empfindet – so altklug… furchtbar! „Dikta, überleg doch mal; was willst Du wirklich? Worauf kommt es Dir an?“

„Ich möchte, dass wir in diesem Team alle gut miteinander auskommen; dass der Tag ohne Probleme abläuft; dass ich abends zufrieden ins Bett sinken kann, um zu schlafen…“

„Was ist schlafen?“ unterbricht Eli. – „Das, was für Dich überflüssig ist“, antwortet Harmo. „Wir beide können darauf verzichten.“ – „Und ich bin drauf angewiesen!“ faucht Dikta, „deshalb möchte ich ja auch, dass alles so läuft, wie es soll. Nur dann kann ich ruhig schlafen und mal was Angenehmes träumen.“

Harmo beugt sich vor und will Dikta in den Arm nehmen. „Lass das, so kann ich nicht klar denken!!!“

„Dann mach doch mal was anderes, freu Dich doch einfach. Vertrau drauf, das geht alles klar – lass den Manager einfach mal Urlaub machen! Glaub mir, ich weiß es. Nun sei doch ganz ruhig. Eli hat schon Probleme, unseren Blutdruck unten zu halten und unseren Puls zu senken. Sei ganz ruhig, für uns ist immer gut gesorgt!“ Harmo bemüht sich, ein lindgrünes Licht auszustreuen, um Dikta wieder aus der Aufregung zu lösen. Es entsteht rund um den Tisch eine wunderschöne Wiese mit einem kleinen Bach und vielen Vögeln in den Bäumen. Ein lauer, angenehmer Wind erfrischt die Luft. Das Plätschern beruhigt langsam Diktas innere Aufregung und Eli kann sich wieder entspannt zurücklehnen.

„Ich will ja nur, dass mein Mann lächelt und die Kinder erfolgreich in der Schule sind“, meint Dikta dann fast beiläufig. „Dafür geh ich doch jeden Vormittag ins Büro und arbeite, was das Zeug hält.“

„Schau, das ist schon besser. Eli, sorg dafür, dass das klappt!“

Eli richtet sich wieder auf. „Soll ich, Dikta? Mach ich glatt!“ – „Ja, genau das. Es wäre das Schönste auf Erden!“

Eli reckt und streckt sich, bewegt die Beine ins Wohnzimmer, legt dem Gesicht ein Lächeln auf, streckt den Arm vor. Eva berührt ihren Mann an der Schulter und gibt ihm einen Kuss. Wärme durchstrahlt alles und über der Wiese erscheint die Sonne.

Dann schießt Eli lange Fäden in den Horizont, berührt alle anderen Elementarwesen und teilt sich ihnen mit. Die Diktas aller anderen Menschen beginnen, ebenfalls zu lächeln (soweit sie sich das erlauben können), das Wetter schickt die Wolken in eine andere Gegend, die Außentemperatur steigt, als Eva in den Wagen steigt, um zum Büro zu fahren.

Heute fühlt sie sich ausgeglichen und froh. Eigentlich ist der Arbeitsplatz ein besonders guter, denn sie kann sich ihre Zeit frei einteilen. Der Chef ist auch ganz akzeptabel und die Kolleginnen sind ebenfalls nette Menschen…

Eli lehnt sich wieder zurück. Die Bewegungen sind Routine, für den Rest ist Dikta zuständig. Harmo verbindet sich mit allen anderen seiner Art und sie stimmen das Schöpfungskonzert an. Der Kosmos schwingt in Zufriedenheit und Freude.

 

Die Beteiligten in Sachen „bewusstes Leben“

Eli kann nichts abwägen, ist zu keiner Kritik fähig. So ähnlich wie wir als kleines Kind waren, als wir noch zu unseren Eltern aufschauten, sie für GöttInnen hielten und dachten, sie alleine würden die Welt bewegen. Ihnen wollten wir gefallen, ihnen wollten wir alles recht machen. Sie liebten wir von ganzem Herzen und erwarteten ihre liebevolle Antwort. Wir waren völlig außerstande, irgendetwas kritisch zu betrachten. Wir waren unfähig zu lügen. Wir wollten nur sein – so wie wir uns gewünscht fühlten. Im Gegensatz zu Eli hatten wir jedoch nicht die Macht, Materie zu formen, weil uns noch die Bilder fehlten, denen wir diese Formen hätten anpassen können. Deshalb bestanden wir erst einmal aus den Bedürfnissen zu essen, zu trinken, zu atmen, uns zu freuen und zu schlafen.

Eli jedoch schläft nie – nicht eine Mini-Sekunde lang. Eli darf nicht schlafen, damit wir weiteratmen, unser Herz weiterschlägt und alle Körperfunktionen weiterlaufen. Eli hat einen 24-Stunden-Dienst in dieser Dreiergemeinschaft. Und sie weiß, wie das geht, denn sie besitzt das perfekte Gedächtnis für alles, was sie je berührt hat. Dazu behält sie auch für immer Kontakt, so als habe sie mit einem hoch elastischen Kleber wie eine Spinne einen Faden gesponnen, der sie dieses ganze Leben lang mit allen Faktoren dieses Daseins verbindet. Sie hört auf Dikta, der ihr mit Bilder zeigt, was er sich vorstellt.

Dikta ist das Wesen, das Gedanken und Gefühle bewusst steuern kann. Er ist derjenige, der sich etwas vorstellen kann. Er kann von der Zukunft träumen oder der Vergangenheit nachhängen. Er kann aber auch äußerst aufmerksam im Hier und Jetzt sein (bei sich) und alles, was er wahrnimmt, für sich nutzen. Er ist kritisch, deshalb kann er „nein“ sagen. Er kann abwägen, ob er etwas will oder es ablehnt. Seine Bilder schickt er ständig an Eli, damit die weiß, was sie umsetzen soll. Dikta hat soziales Verständnis und kann einschätzen, wie sich das Leben innerhalb der großen Lebensgemeinschaft „Erde“ gestalten sollte. Deshalb muss Dikta auch sehr vorsichtig sein mit allem, was er denkt oder wo er sich hineinfindet. Da Eli ihm jeden Wunsch von den Augen abliest, können Folgen eintreten, die Diktas Vorstellungen restlos sprengen. Wieso das so laufen kann, werden wir uns später ansehen.

Harmo steht über all diesen Alltäglichkeiten, denn es sieht das Große Ganze und ist Teil der Schöpfungskraft, stetig bemüht, uns liebevoll im Arm zu halten. Es kennt unsere Lebensaufgabe und führt uns durch alle Unbilden hindurch.

All diese Wesen = „Körper“ sind miteinander verflochten und wohnen für dieses Dasein in einem Körper, den sie mit Energie versorgen und in allen seinen Funktionen aufrechterhalten. Keines steht über dem Anderen, sie haben einfach nur unterschiedliche Fähigkeiten, die erst in der Gemeinschaft ein Ganzes bilden. Deshalb sollten alle Drei einander auch zugewandt sein, denn jedes tut, was es kann und wozu es existiert.


1. Voraussetzungen

Was wir Menschen „Geist“ nennen, ist das, was uns von der restlichen Tierwelt, von der wir einen Teil bilden, unterscheidet. Wir haben einen Verstand, mit dem wir unser Leben gestalten können. In der heutigen Kultur halten wir diesen Verstand für die wichtigste Errungenschaft, von der wir behaupten, dass er uns zur „Krone der Schöpfung“ macht. Was wir dabei ignorieren, ist die Tatsache, dass wir Teil dieser Schöpfung sind und deshalb in Harmonie und Frieden mit dieser leben sollten, wenn uns an unserer dauerhaften Existenz auf diesem Planeten gelegen ist.

In früheren Jahrtausenden, etwa in den Zeiten älter als 2.000 v.u.Z., lebten Menschen unter besseren Bedingungen. Es gab keine Überbevölkerung, keine Ungleichheit, keine Armut einzelner, also nichts, was das heutige Leben sehr schwierig gestalten kann.

Dies soll kein Buch zum Thema Archäologie und Sozialwissenschaften werden. Da jedoch alles mit allem zusammenhängt, ist es sinnvoll, sich diese Umstände des „goldenen Zeitalters“ in Erinnerung zu rufen, denn viele Schwierigkeiten, die wir heute erleben, datieren aus der Unausgewogenheit heutiger Verhältnisse.

Wir erleben heutzutage ein gesellschaftliches Gefälle. Damit nicht bei jeder Gelegenheit eine Revolte ausbricht, wenn eine Gruppe sich unterversorgt oder misshandelt fühlt, sind die Menschen von vorneherein konditioniert, sich anzupassen und keine Stellung zu beziehen.

Von vorneherein – das heißt von der ersten Minute ihres Lebens an erfolgt Einflussnahme auf das menschlich-persönliche Dasein. Daran sind nicht nur die Eltern und deren Familie beteiligt. Auch Krankenhaus und Ärzte (kaum eine Geburt findet anderswo statt) greifen mit dem ersten Schrei in das menschliche Leben ein.

Mit der Geburt wird das Kind von der Mutter weggenommen und auf eine Waage gelegt, nachdem es gereinigt und in Stoffe gepresst worden ist. Der Schock war groß, als das erste Licht das kindliche Sein erfasste, etwas Ruhe auf der mütterlichen Brust wäre ein guter Übergang gewesen. Das rhythmische Schlagen des mütterlichen Herzens hatte es neun Monate lang begleitet.

Doch nun ist alles geregelt. Essen gibt es nur alle vier Stunden. Zweimal täglich wird das Kind gewickelt. Wenn nicht gerade großer Wirbel um den neuen „Erdenbürger“ gemacht wird, macht es sich besser, nicht aufzufallen.

Mit mangelnder Geburtenkontrolle durch die Mütter und dem steigenden Bedarf an Arbeitskräften wird es eng auf diesem Planeten, auf dem möglichst alles nach der Uhr abzulaufen hat. Ruhe, Harmonie und Beschaulichkeit gehören schon lange nicht mehr zur Grundausrüstung menschlichen Lebens.

In dieser Enge und in diesem Stress muss sich die Persönlichkeit orientieren und zurechtfinden. Das versucht sie mit ihrem „Geist“. Sie versucht zu erfassen, worauf es in ihrer Situation ankommen, bemüht sich zu gefallen und in der kleinen Lebensgruppe gut zurechtzukommen.

Diese Bereitschaft, sich anzupassen, hat zur Folge, dass Menschen die aus dem elterlichen Stress resultierenden Vorgaben bemüht sind, einzuhalten. Jedes Wort, jede Geste und jeder Kontakt beeinflussen die menschliche Seele. Entstehen Zwänge, entstehen auch Konditionierungen, es nur so und nicht anders zu machen, damit das Überleben gesichert wird. Konditionierungen sind tief eingeschürfte Pfade im Unterbewusstsein, an die sich unser Verstand kaum mehr erinnert.

So kopieren wir, was wir vorgefunden haben, mit äußerster Akribie. Nicht lange, und entstehen Ähnlichkeiten zwischen den Erwachsenen und den nachfolgenden Kindern; nicht nur im Verhalten sondern auch in dem daraus sich entwickelnden Aussehen. Jedes Verhalten beeinflusst das Leben auf allen Ebenen, also auch in Funktion und Aussehen, in Wahrnehmung und Ereignissen.

Wenn wir uns das als Domino-Effekt vorstellen, haben wir ein gut passendes Bild für die Abläufe, die sich in unserem Leben darstellen.

2. Der Geist

Wie anfangs schon erwähnt, arbeiten wir mit unserem Geist, um im Leben zurechtzukommen. Da dieser letztlich eine enorme Macht darstellt, ist es sinnvoll, erfolgreich mit ihm umzugehen. Dazu müssen wir ihn verstehen.

Jede Religion, jedes Glaubensbekenntnis und jede Kultur fußen auf der Vorstellung einer menschlichen Seele. Diese Seele hat offensichtlich ein Anliegen, weshalb sie inkarniert, also mit einem Körper ins Leben tritt. Welcher Vorstellung wir hier Raum geben, ist unsere persönliche Entscheidung. Ich nutze hier nur die Grundkonzepte, um die Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Ich gehe deshalb davon aus, dass die Seele aus einem Bereich kommt, in den sie nach dem Leben wieder zurückfindet. Was mich so sicher macht? Nach hermetischem Gesetz gilt „wie oben so unten, wie innen so außen“. Was wir hier auf Erden erkennen können, muss eine Vor“form“ haben, die dieser auf irgendeine Weise entspricht. Außerdem haben wir auf physikalischer Ebene herausgefunden, dass nichts verloren geht, nur seine „Form“ wandelt. Da uns die Schöpfung bei jeder Gelegenheit beweist, dass sie mit Sinn und Verstand handelt, unterstelle ich das ebenfalls dem menschlichen Dasein – wie jedem anderen Dasein auch.

Die Seele ist an keine körperliche Erscheinung gebunden, entschließt sich nur aus unerfindlichen Gründen, im Hier und Jetzt mit einem Körper in Erscheinung zu treten. Genau in diesem Körper erkennen wir in uns drei Größen, die diese Seele vermutlich ausmachen:

  1. Eine Instanz, die an Harmonie und Gemeinsamkeit interessiert ist, während sie Kontakt zu aller Schöpfung unterhält.
  2. Einen Verstand, der deduktiv und analytisch denken kann, Gedanken ausbildet und fähig ist, diese zu äußern.
  3. Ein Unterbewusstsein, das sich konsequent alles zum Ziel macht, was der Verstand vorgibt, ohne Ziele und Wege irgendetwas zu hinterfragen.

Die Harmonie-Instanz werde ich in diesem Buch nicht näher berühren, da sie die persönliche Angelegenheit einer jeden Person ist. Vielleicht nur eines: Wir sind hier aus irgendeinem Grund, der triftig sein wird. Das Leben kann aus der Vorgabe heraus kurz oder lang sein, je nach möglichem Gesamtziel. Wie sich nun alle in diesen Ablauf hineinbegeben und dort zurechtkommen, unterliegt jedoch keiner Diskussion.

Der Verstand artikuliert alles, was ihm seine Sinne als existent vermitteln. Er bemüht sich, dies ein- und zuzuordnen, um es im Verlauf der Zeit nutzen zu können. Dabei geht er wertend vor, „das ist gut“, „das ist schlecht“, „das ist nützlich“, „das ist überflüssig“… Aus dieser Einschätzung heraus trifft er Entscheidungen, die dann alle weiteren Handlungen bedingen und beeinflussen.

Dies alles gelingt dem Verstand nur, weil ihm ein fast sklavisch ergebenes Unterbewusstsein zuarbeitet, das für einen gut funktionierenden Körper sorgt, während der Verstand das Denken übernommen hat. Die Leistung des Unterbewusstseins beschränkt sich jedoch nicht auf die Aufrechterhaltung körperlicher Funktionsabläufe. Es erzielt weit mehr.

Das Unterbewusstsein ist der umfassende Speicher aller Information, denn ohne diese könnte es Aufträge des Verstandes überhaupt nicht durchführend ermöglichen. Es ist mit allem verbunden, was Schöpfung heißt, also auch mit den Büschen und Bäumen, den Meeren und Flüssen, dem Himmel und der Erde. Auf all diese Bereiche hat es nötigenfalls Zugriff, kann sie mit einbeziehen und wird das auch machen. Es sitzt an den Hebeln der Macht.

Wie machtvoll dieses Unterbewusstsein ist, kann der kleine Verstand, über den wir verfügen, kaum erfassen. Aus diesem Grund ist er meist nicht so effektiv, wie er könnte, wenn er die Zusammenarbeit mit dem Unterbewusstsein bewusst wahrnähme.

Sollten Sie gerade darüber nachdenken, dass Sie einen enorm hohen Intelligenz-Quotienten haben, so bedenken Sie dabei bitte eines: Der sogenannte IQ spiegelt, wie gut Sie an die herrschenden Lern- und Lebensnormen angepasst sind. Über die Zusammenarbeit aller Faktoren Ihres Geistes sagt er nichts aus.

Machen wir uns also an die Arbeit, an diesem Zusammenspiel der Kräfte etwas zu ändern. Wir wollen lernen, die Zukunft bewusst in Frieden, Glück und Gesundheit auf uns zukommen zu lassen, weil wir es lernen, diese nach unseren Wünschen zu gestalten.

3. Das Unterbewusstsein

Was uns gänzlich unbekannt ist, ist das Unterbewusstsein. Es bringt uns niemand bei, mit ihm in Kontakt zu kommen, dabei agiert es jede Milli-Sekunde im Sinne unserer Absicht.

Das macht seinen Charakter aus. Das Unterbewusstsein übernimmt ohne jede Diskussion und ohne irgendetwas infrage zu stellen, was ihm das Denken unseres Verstandes serviert. Wenn wir denken, dass wir etwas schaffen, geht es darauf ein und stellt sicher, dass wir das schaffen. Es stellt alles sicher, was wir als gegeben formulieren oder uns in Bildern vor Augen führen. Je plastischer wir mit unseren Gedanken umgehen, desto einfacher setzt das Unterbewusstsein dies in Realität um.

Egal, was wir in Gedanken gießen, das Unterbewusstsein setzt es um. Denken wir, „das gelingt mir gut“, kommt etwas Gutes dabei heraus. Formulieren wir hingegen, „das kann ich nicht, das geht schief“, wird es schief gehen. Was wir denken, wirkt auf unser Unterbewusstsein wie ein Befehl.

Es greift nach alle Energien der Schöpfung, formt und bewegt, was es zur Umsetzung der von uns gesprochenen Prophezeiung benötigt. Wenn uns das bewusst deutlich wird, können wir diese Fähigkeit des Unterbewusstseins für uns nutzen, um tatsächlich gewünschte Erfolge zu erzielen.

Deshalb müssen wir uns genau überlegen, welche Formulierung wir wählen, um unser Ziel einzugrenzen. Hierbei ist es entscheidend, dass uns deutlich wird, dass die Datenübermittlung an das Unterbewusstsein am leichtesten über Bilder erfolgt. Wenn keine Bilder zustande kommen, weil wir uns das bildhaft nicht vorstellen können, so werden es die Begriffe sein, die wir in unserer Formulierung wählen.

„Ich will nicht geschlagen werden!“

Diese Formulierung schützt uns nicht vor Schlägen, denn wir fühlen möglicherweise, was wir fürchten – die Schläge. Können wir auf dieses Gefühl / Bild verzichten, so haben wir jedoch die Prügel in Worte gefasst: schlagen. Dass wir das negativ, also mit dem Wörtchen „nicht“ versuchen, ungeschehen erscheinen zu lassen, ist nur für einen Verstand, nicht aber für das Unterbewusstsein erkennbar. Für diese Instanz steht das Bild oder aber das Wort im Raum und es wird gezielt darauf zusteuern – es ist sein Auftrag, erteilt vom bewussten Verstand.

Für das Unterbewusstsein ist jedes Ziel das richtige. Es verzichtet auf jede Diskussion, auf jede Argumentation, es verfolgt keine hinterhältigen Pläne, es ist einfach auf ein Ziel ausgerichtet, das es dann auf möglichst direktem Weg versucht, zu erreichen. Alles andere ist ihm fremd.

Wenn uns das deutlich wird, können wir unsere Wortwahl immer wieder darauf überprüfen, wie wir etwas sprachlich und bildlich in unserem Denken bewegen. Die Worte „nicht“, „kein“, „ohne“ und negierende Vorsilben wie „un…“ in unserem Wortschatz müssen wir ausrotten.

Das wird im Anfang ganz schön schwierig sein, denn wir sind mit solchen negativen Formulierungen erzogen worden: „fass nicht in die Kerzenflamme!“, „lauf nicht auf die Straße!“, „fall da nicht runter“, all das sind Aufträge, die genau das Gegenteil des Gewünschten darstellen. Eben mit diesen Aufträgen sind wir ausgerüstet worden, als unsere Eltern und Erzieher uns für das anstehende Leben konditionierten. Sie wussten es nicht besser und erreichten so das Gegenteil dessen, was sie uns gewünscht haben.

Unser Unterbewusstsein ist für alles offen, was wir ihm anbieten. Seine Wahrnehmungspforten stehen sperrangelweit offen. Damit nur das Gewünschte Einlass findet, muss unser Verstand als Hüter der Schwelle agieren und dafür Sorge tragen, dass nur das einen sprachlichen oder bildhaften Ausdruck findet, was uns wirklich glücklich, gesund und zufrieden macht.

4. Der Verstand

Diese Ebene unseres Geistes braucht zur Durchsetzung seiner Interessen die Kraft und Weisheit unseres Unterbewusstseins. Er ist sich dessen jedoch nur selten bewusst. Oft glauben wir, Kraft unseres Verstandes alles erreichen zu können. Wir sprechen oft schneller, als wir denken, „überholen uns in der Kurve“. Das klappt überhaupt nur, weil unser Unterbewusstsein dafür Sorge trägt, dass unser Sprachapparat automatisch richtig reagiert. Denken wir über das nach, was wir in diesem Moment sprechen; achten wir auf die Worte und ihre Aussprache, kommt es schnell vor, dass wir uns versprechen, stottern oder die völlig falschen Worte wählen. Damit irritieren wir das Unterbewusstsein, das seinerseits keine Entscheidungen über die Wortwahl treffen kann. Deshalb sollten wir uns vor dem Sprechen deutlich machen, was wir ausdrücken wollen.

Um den Verstand ein wenig zu bremsen, kann es hilfreich sein, den Gesprächspartner mit seiner Aussage zu wiederholen. Zum einen wird uns damit deutlich, was wir gehört haben, und können es besser verarbeiten, um angemessen zu reagieren. Zum anderen lassen wir uns damit deutlich mehr Zeit, auch unsere Wortwahl zu überprüfen, bevor wir antworten.

Da dem Verstand nicht klar ist, wie umfangreich das Repertoire des Unterbewusstseins ist, um Wünschen Realität zu verleihen, verlieren wir schnell die Hoffnung, geben unseren Befürchtungen Raum und unsere Bilderwelt bekommt einen entsprechend grauen Anstrich.

Sind wir wütend, so schimpfen wir über Menschen und Umstände. Jede Schimpfkanonade aber ist ein Auftrag an das Unterbewusstsein, die Inhalte in die Realität zu transportieren. Wir erreichen das Gegenteil dessen, was eigentlich für uns von Vorteil wäre. Wir haben auch keinen Druck abgelassen, denn alle Energie, die wir in unser Schimpfen investiert haben, führt zu neuem Druckaufbau, da das Unterbewusstsein bereits fleißig dabei ist, genau diese ungeliebte Situation neu zu erschaffen.

Schimpfen ist gleichzeitig auch Ausdruck der Bequemlichkeit. Statt uns die Mühe zu machen, über Wünsche und eine andere Zukunft nachzudenken und innere Bilder davon zu erschaffen, widmen wir uns einer vergangenen Vergangenheit, auf die wir keinen Einfluss mehr nehmen können.

Sollten uns Gedanken durch den Kopf gehen wie „damit wenigstens die anderen nicht darunter leiden müssen“, arbeiten wir bereits fleißig daran, „dass sie leiden“, während wir unsere Kräfte verlieren, die besser in eine Zukunft zu investieren wären.

Tiere scheinen nicht denken zu können, jedenfalls nicht in unserem Umfang. Sie scheinen sich allerdings auch keine negative Zukunft zu schaffen. Sie leben im Hier und Jetzt, sind praktisch an Lösungen orientiert und scheinen sich damit wohl zu fühlen. Vielleicht lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken. Schließlich sind wir dazu imstande.

Machen wir jetzt einmal ein oder zwei praktische Versuche. Was würden wir sagen müssen, um den negativen Ansatz folgender Formulierung ausschließen zu können:

„Fall nicht die Treppe herunter!“

Einige neue Formulierungen üben den Verstand in dieser neuen Disziplin. Hier noch weitere schicksalhafte Sätze:

„Steh nicht im Weg rum!“ – „Sei doch nicht so laut!“ – „Vergiss nicht, heute nach dem Dienst noch zu tanken!“ – „Musst Du das immer wieder machen!“

„Immer wieder“ – nachhaltiger kann man sein Kind nicht dazu anhalten, etwas falsch zu machen. „Immer wieder“ ist auch gleichzeitig das schlimmste Anti-Lob, das Eltern aussprechen können.

Ich glaube, es wird deutlich, wie oft wir einfach nur drauflosreden, ohne Rücksicht auf denkbare Folgen zu nehmen.

Verbindung Geist – Körper

Wie schon erwähnt, verfügt das Unterbewusstsein über die Verbindung zu allen Anteilen der Schöpfung. Da die gesamte Schöpfung, sei es unser Körper und sein Geist, sei es die Blume im Garten, der Wassertropfen im Ozean oder der Stern am Himmel, miteinander verflochten ist, wird jeder Eingriff in dieses göttliche Gefüge Folgen auf allen Ebenen haben. Wie schon ein asiatischer Weiser sage: „Wenn ein Schmetterling im Himalaya mit den Flügeln schlägt, verändert sich die Welt.“

Nun können wir die Schöpfung in ihrer Gesamtheit nicht erfassen. Was wir jedoch wahrnehmen können, wenn wir genau hinschauen, ist unser eigener Körper. Dieser ist keine Maschine sondern das in jeder Hinsicht passende „Kleid“ unseres Hierseins. Alles, wirklich alles, passt zueinander. Wir sind ein eigener kleiner Mikrokosmos, denn in uns und mit uns leben mehr als 10 Billionen Bakterien und Kleinstlebewesen, die die Struktur und die Funktion dieses Körpers überhaupt möglich machen.

Diese Harmonie resultiert aus einem perfekten Zusammenspiel, an dessen reibungsfreiem Ablauf das Unterbewusstsein maßgeblich beteiligt ist. Schöpfung funktioniert, weil kein Mitspieler sich eigene Gesetze strickt oder sich über sie hinwegsetzt. Schöpfung funktioniert, weil die Göttlichkeit aus sich heraus perfekt ist.

Dies macht das Leben mit Wunsch, Absicht und Ziel möglich. Immer unter der Prämisse, dass alles zusammenwirkt.

Antrieb unseres persönlichen Lebens sind Wünsche, auf die wir zustreben. Diese Wünsche artikulieren wir – sei es als Wortgebilde, sei es als bildhafte Vorstellung. Einer dieser Wünsche heißt „ich bin“ und die Vorstellung wie und was „ich bin“ sein soll. Bleibe ich bei dieser Idee und schalte ich alle Zweifel aus, so habe ich dem Unterbewusstsein einen durchführbaren Auftrag erteilt. Es wird an seiner Durchsetzung auf direktem Weg arbeiten.

Der Erfolg wird sein, dass mein Körper an diesen Wunsch angepasst wird und entsprechende Formen ausprägt. Jede Bakterie im Darm ist darin involviert. Jede Mitochondrie in jeder Zelle spielt ebenfalls bei diesem Spiel mit. Lächle ich oder guck ich bärbeißig, entstehen Falten; mach ich das öfter, bleiben sie. Meine Leber wird auf jeden Ärger reagieren, meine Gallenblase auf jeden K(r)ampf. Mein Verdauungstrakt reagiert auf den Input einer jeden Information. Mein Herz auf alle Gefühle, meine Lungen auf jeden Austausch. Jeder Muskel speichert jede Aktivität und jede Information.

Unser Körper passt genau zu uns, mit allem was wir sind und werden wollen. Ähnliche Abläufe erzeugen Ähnlichkeiten. Unterschiedliche Lebensführung erzeugt Unterschiedlichkeiten. Immer aber spiegelt dieser Körper unser Dasein.

Dabei müssen wir uns eines vor Augen halten: es gibt keine schöpferische Wertung für „Gut“ und „Böse“. Nur wir Menschen erschaffen uns diese Qualitäten. Das Unterbewusstsein, das an den Hebeln der Macht sitzt, hat davon keinerlei Ahnung. Es bekommt einen Auftrag und es führt ihn durch. Unser vergleichsweise kleiner Verstand bemüht sich um Maßstäbe, denen er gerecht werden möchte. Im Gegensatz zu Unterbewusstsein und Seele verliert er schnell das Vertrauen in die Schöpfung und zweifelt an der eigenen Existenz.

Vielleicht, weil wir wohl die einzige Tiere sind, die über ein geistiges Bewusstsein und seine Werkzeuge verfügen, können wir mit diesen nicht sonderlich effektiv umgehen. Wir können der Natur hier nichts abgucken und müssen alles selbst ausprobieren. Mit allen Folgen für unser Wertesystem und unser Wohlempfinden.

Wir vertrauen nicht im erfolgreichen Umfang, dass alles schon irgendwie zusammenpassen wird. Wir zweifeln, ob wir etwas richtig machen. Wir befürchten unseren Untergang, weil uns nicht klar ist, dass auch wir Teil eines großen Konzeptes sind, das uns immer in diesem Kreislauf ausbalanciert hält.

An diesen Zweifeln erkranken wir, wenn wir die Balance verlassen. Doch machen gerade unsere Beschwerden es möglich, dass wir Rückschlüsse auf die Nutzung unseres Verstandes und das Zusammenspiel von Verstand und Unterbewusstsein ziehen können.

Eine Krankheit ist also kein Angriff, der von außen erfolgt. Vielmehr ist sie der Reflex auf unsere Arbeit im Geist-Körper-System. Wenn wir uns das deutlich machen, können wir für die Wiederherstellung unserer Gesundheit zu wesentlichen Teilen selbst beitragen. Wir überprüfen unsere Wunschvorstellungen, unsere Gedanken, die geäußerten Worte und die Lebensumstände, von denen wir uns beeindrucken lassen[1].

Geistige Ausgeglichenheit und Gesundheit lassen sich nicht verhindern, wenn wir auf die für uns richtige Art und Weise fühlen und denken. Das Unterbewusstsein wird in jedem Fall akzeptieren, was wir ihm vorgeben, um dies in die Realität umzusetzen. Entwickeln wir also Ideen und Vorstellungen, die dieses Gesetz der Harmonie berücksichtigen. Vermitteln wir also unserem Unterbewusstsein das richtige Rezept. Wenn dies unserer Absicht, mit der wir dieses Leben führen, nicht widerspricht, wird Gesundheit, Zufriedenheit und Glück die notwendige Folge sein.


[1] Näheres zu diesem Thema finden Sie in meinen psychosomatischen Ausarbeitung: Gisa, Krankheit – der Ruf der Seele nach Heilung; Gisa, Der Sanfte Weg zur Gesundheit