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Deutsche und andere Bezeichnungen

Calabarbohne, Gottesurteilbohne

Physostigma venenosum Balf. Calabar

Nach Madaus:

Physostígma venenósum Balf. Calabar, Calabarbohne, Gottesurteilbohne. Französisch: Fève de Calabar; englisch: Calabar bean, ordeal bean of Old Calabar, chop-nut; dänisch: Kalabarbönne; polnisch: Wyroczyn Kalabarski; russisch: Kalabarskij bob; tschechisch: Kalabarsky bob.

Pflanzenfamilie

Fabaceae

Wirkung

sehr giftig, meist tödlich, falls kein sofortiges Erbrechen erfolgt

Bilder

(C)Guy Ackermans 2005

Vorkommen

tropisches Westafrika, bes. Nigeria, Indien, Brasilien

Nutzung

Pflanzenteile:

Ernte:

Pflanzenheilkunde:

Nach: J. Karl:

Nach HP Dr. Köhn:

Verarbeitung: —

Homöopathie:

Nach Clarke:

Hausgebrauch:

Magie, Rituale:

—-

Geschichten, Erzählungen, Hintergründe

(2): Calabarbohnen wurden von den Ureinwohnern Westafrikas zur Vollstreckung von Gottsurteilen verwendet, der Tod tritt dabei durch Atemlähmung ein. Überlebte der Deliquent die orale Gabe einer größeren Anzahl von Calabarbohnen, was in der Regel durch Erbrechen und somit schneller Ausscheidung der toxischen Samen vor sich ging, so stand seine Unschuld fest; starb er, so galt er als schuldig. Die schnelle Aufnahme großer Mengen von Calabarbohnen führt oft zur Magenreizung mit nachfolgendem heftigen Erbrechen, während tödliche Plasmaspiegel eher durch kleinere Samenmengen und langsamere Aufnahme erzielt werden, da hierbei kein Erbrechen ausgelöst wird.

Auch als Mittel zur gezielten Tötung wurde die Droge bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts in Westafrika verwendet. Insbesondere wenn eine hochgestellte Persönlichkeit verstorben war, wurden ganze Volksstämme mit Calabarbohnen vergiftet, um zu gewährleisten, dass der Verstorbene im Totenreich genug Sklaven, Frauen und Männer zur Verfügung hatte. Die englische Kollonialmacht verbot 1878 dieses Vorgehen und den Besitz von Calabarbohnen generell. Auch heute ist der Besitz der Droge in Nigeria unter Androhung von Strafe verboten.

Der Gattungsname Physostigma geht aus dem griechischen phýsa (Blase) und stigma (Narbe) hervor und bezieht sich auf die großen angeschwollenen Narben; venosum bedeutet giftig. Der Name Calabar steht im Zusammenhang mit dem ursprünglichen  Herkunftsgebiet der Droge, der westafrikanischen Provinz bzw. Hafenstadt Calabar.

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