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Andere Bezeichnungen: gewöhnlicher Hopfen

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Vorkommen:

Heimat sind die Auen- und Bruchwälder Europas. Anbau in Bayern (30 % der Welternte), der Tschechoslowakei. in Frankreich und vielen weiteren Ländern.

Pflanzenheilkunde:

Hopfenzapfen, Hopfenblüten = Lupuli strobuli ~ Flor. Humuli lupuli

Heilanzeigen: Nervosität, leichte Schlafstörungen, nervöse Magenbeschwerden

Zubereitung/Anwendung: Bei Nervosität und Schlafstörungen in Mischung mit Baldrianwurzel und zwar im Verhältnis 1 Teil Hopfen und 3 Teile Baldrian als Teeaufguss. 1 Teelöffel voll Drogenmischung auf 1 große Tasse heißes Wasser, 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Man trinkt ½ Stunde vor dem Schlafengehen 1 Tasse. Auch die Anwendung als Hopfen-Schlafkissen ist sinnvoll. Bei nervösen Magenbeschwerden verwendet man einen in gleicher Weise aus 1 Teil Hopfen und 1 Teil Kümmel bereiteten Teeauszug.

Inhaltsstoffe: Die Bitterstoffe Humulon und Lupulon, Methylpeminol.

Anderer Bezeichnungen: Sanddorn

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Pflanzenheilkunde:

Sanddornbeeren

enthalten reichlich Vitamin C, daneben fettes Öl, Flavonoide und Carotin. Letzterem verdanken die Früchte ihre orange Farbe. Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist in Asien und Europa weit verbreitet, auch als Zierstrauch. Sanddornbeeren werden nicht zur Teebereitung gewonnen, sondern im frischen oder tiefgefrorenen Zustand meist zu Saft verarbeitet. Da reife Sanddornbeeren geringe Mengen an sogenannten niederen Fettsäuren enthalten, haben sie einen leicht ranzigen Beigeschmack. Dies führt mitunter zu Beanstandungen von Sanddornsäften, obwohl diese in Wirklichkeit von einwandfreier Beschaffenheit sind.

Andere Bezeichnungen: Kenaf; Rossela-Hanf; Rama-Eibisch; Karkaden; Sabdariff-Eibisch; Sudan-Eibisch; Afrikanische Malve; Roselle; Nubiablütentee; Rama; Malven-Tee

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Vorkommen:

Afrika

Pflanzenheilkunde:

Sudan-Malvenblüten = Flores Hibisci

sind auch bekannt als Hibiskusblüten, Karkaden, afrikanische Malven und Nubiablüten. Die letzteren Namen weisen auf die Herkunft aus Afrika hin. Sie sind zum Teil ungenau, da nur die fleischigen roten Blütenkelche und nicht die ganzen Blüten verwendet werden. Die wissenschaftliche Bezeichnung der zu den Malvengewächsen zählenden Pflanze ist Hibiscus sabdariffa.

Im Gegensatz zu der arzneilich genutzten Malvenart Eibisch sind die Sudan-Malvenblüten ein reiner Haustee, welcher täglich getrunken werden kann. Durch den Gehalt an verschiedenen Fruchtsäuren, insbesondere aber an Hibiscussäure (chemisch verwandt mit Zitronensäure), schmeckt der Teeaufguss erfrischend, besonders kalt getrunken. Ein wasserlöslicher Farbstoff verleiht dem Getränk seine leuchtend rote Farbe.

Zubereitung: Man bereitet die Tagesmenge durch Überbrühen von 1 gehäuften Esslöffel mit 1 Liter kochendem Wasser. Nach 10 Minuten wird der Aufguss abgeseiht.

Andere Bezeichnungen: Kahles Bruchkraut

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Vorkommen:

Mitteleuropa, Polen, Ukraine, Balkan

Pflanzenheilkunde:

Herba Herniariae

Heilanzeigen: Unterstützend bei chronischer Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung, schmerzhaftem Harndrang.

Zubereitung/Anwendung: Man überbrüht 2 Teelöffel Droge in 1 Tasse mit kochendem Wasser, läßt bedeckt 10 Minuten ziehen und trinkt mittags und abends 1 Tasse Tee. Die Anwendung ärztlich verordneter Mittel wird durch den Tee nicht entbehrlich.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Herniarin (mit Cumarin verwandt), Saponin

Andere Bezeichnungen: Afrikanische Teufelskralle

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Vorkommen:

Savannen der Kalahariwüste von Südwest- und Südafrika.

Pflanzenheilkunde:

Teufelskrallewurzel = Radix Harpagophyti

Heilanzeigen: Rheumatische Erkrankungen und Arthritis.

Zubereitung/ Anwendung: Bereitung der Tagesmenge durch Überbrühen von 1 gehäuften Teelöffel voll Schnittdroge mit ½ Liter kochendem Wasser. Man lässt das bedeckt über Nacht stehen, seiht am nächsten Morgen ab und trinkt vor den Mahlzeiten je 1 Tasse kalten Tee. Der recht bittere Geschmack kann durch etwas Süßstoff gemildert werden. Kurmäßige Anwendung über mehrere Wochen ist unerlässlich.

Inhaltsstoffe: Harpagosid (sehr bitter), Procumbid und Harpagid.

Andere Bezeichnungen: Hamamelis orbiculata, Virginische Zaubernuss; Echte Zaubernuss

Bilder: 

Pflanzenheilkunde:

Hamamelisblätter = Hamamelidis Folium — Folia Hamamelidis

Der Hamamelisstrauch (virginische Zaubernuss, Hamamelis virginiana) kommt aus Nordamerika und gedeiht auch in unserem Klima gut. Sein ebenfalls gebräuchlicher Name Hexenhasel bezieht sich auf die große äußerliche Ähnlichkeit mit unserem Haselnussstrauch und die ungewöhnlich frühe Blühzeit im Spätwinter. Blätter und Rinde der Hamamelis enthalten Gerbstoff. Die Droge wird wie Eichenrinde verwendet (siehe dort). Das durch Wasserdampfdestillation aus frischen Zweigen gewonnene Hamameliswasser wird kosmetisch gebraucht.

Andere Bezeichnungen: Echtes Süßholz; Spanisches Süßholz; Lakritze; Bärendreck

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Pflanzenheilkunde:

Süßholzwurzel = Liquiritiae Radix – Radix Liquiritiae

 ist — in geschälter und ungeschälter Form — der Ausgangsstoff für den dunkelbraunen eingedickten Lakritzenextrakt und die Lakritzenstangen („Bärendreck“). Die Droge hat zwei grundverschiedene Heilanzeigen, nämlich Bronchitis und Magengeschwür.

Süßholzwurzel allein wird ohne Zusätze bzw. weitere Aufbereitung wohl kaum benutzt. Öfter findet man die Schnittdroge gemischt mit Thymiankraut, Fenchelfrüchten etc. in Hustentees. Wichtiger ist der intensiv süß schmeckende Süßholzextrakt (Bestandteil vieler Fertigarzneimittel) mit dem Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin. Dieses hat Saponincharakter, woraus sich seine altbekannte auswurffördernde Eigenschaft bei Husten erklärt.

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde der günstige Einfluss des Extraktes bei Magengeschwür entdeckt. Inzwischen weiß man, dass der entzündungswidrige Effekt auf einer cortisonähnlichen Wirkung beruht. Glycyrrhizin ist — chemisch etwas abgewandelt — als Biogastrone im Handel.

Die wochenlange Anwendung bei Magen-und Zwölffingerdarmgeschwür muss wegen Nebenwirkungen (Wasserstauung, Bluthochdruck, Kaliumverluste) unter ärztlicher Verantwortung, der kürzere Gebrauch bei Husten kann auch in Selbstbehandlung erfolgen. Der blaublütige Süßholzstrauch (wissenschaftlicher Name Glycyrrhiza glabra, Familie Schmetterlingsblütler) ist in den Mittelmeerländern häufig und wird dort auch kultiviert. Er ist eine der ältesten Heilpflanzen. Seine Wurzeln wurden in der Grabkammer des Pharao Tut-ench-Amon 1350 v. Chr. gefunden.

Andere Bezeichnungen: Salisburia adiantifolia = Ginkgo; Baiguo; Silberaprikose; Entenfuß; Fächerbaum; Fächertanne

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Pflanzenheilkunde:

Ginkgoblätter = Folia Ginkgo

Ginkgoblätter enthalten unter anderem mehrere Flavone, Flavonglykoside und Procyanidine, die extrahiert werden. Die Ginkgo-Inhaltsstoffe werden mit Erfolg eingesetzt bei Durchblutungsstörungen der Beine (Raucherbein, Krampfadern), des Herzens und des Hirnes (Schwindelerscheinungen bei älteren Menschen). Die Anwendung der fein geschnittenen Blätter als Teeaufguss ist möglich, aber nicht gebräuchlich. Man überbrüht 1 — 2 Teelöffel voll Schnittdroge plus etwas Fenchel (zur Geschmacksverbesserung) in einer Tasse und lässt bis zum Erkalten ziehen. Täglich 3 Tassen über Wochen.

Der Ginkgobaum oder japanische Tempelbaum ist ein „lebendes Fossil“. Er ist der letzte Vertreter einer den Nadelbäumen nahestehenden Pflanzenfamilie und war vor über 100 Millionen Jahren in Mitteleuropa häufig. Mitte des 18. Jahrhunderts kam der stattliche Baum aus Fernost wieder zu uns, ist seitdem in Parkanlagen öfters zu finden und an seinen eigenartigen zweilappigen Blättern, sowie im Herbst an den gelben, unangenehm nach Buttersäure riechenden kirschgroßen Früchten der weiblichen Bäume zu erkennen.

Ginsengwurzel = Radix (Panax) Ginseng

Heilanzeigen: In Ostasien seit 5000 Jahren als Universal- mittel verwendet. Solch hohen Heilansprüchen ist zwar einerseits grundsätzlich mit Skepsis zu begegnen, andererseits besitzt Ginsengwurzel aber doch eine Anzahl wissenschaftlich bewiesener wertvoller Wirkungen. Die Droge hat allgemein anregende (tonisierende) Eigenschaften. Sie unterstützt die Bildung der roten Blutkörperchen und den Aufbau von Körpereiweiß, verbessert die Hirnleistung (Merk- und Konzentrationsfähigkeit), sowie die körperliche und seelische Belastbarkeit bei Überforderung und im Alter. Auch über günstige Effekte beim Altersdiabetes, bei Depressionen in den Wechseljahren und nachlassender sexueller Aktivität wurde berichtet. Keine direkte Herz- und Kreislaufwirkung. Bei Überdosierung können u.a. Durchfall und Schlaflosigkeit auftreten.

Zubereitung/Anwendung: Teeaufguss aus Schnittdroge oder — einfacher — sofort löslichem (Instant) Teegranulat. Man trinkt morgens 1 Tasse Tee. Im Handel sind außerdem zahlreiche Fertigerzeugnisse in verschiedenen Darreichungsformen mit großen Qualitätsunterschieden. Ausschlaggebend ist eine genügend hohe Konzentration des nicht billigen Drogenextraktes.

Andere Bezeichnungen: Gentiana asclepiadea, Enzian

Bilder: 

Gentiana_asclepiadea

Vorkommen:

Alpen und andere europäische Gebirge, kalkliebend. Anbau auch in der Ebene.

Pflanzenheilkunde:

Enzianwurzel = Gentianae Radix = Radix Gentianae

Heilanzeigen: Appetitmangel, Magensäuremangel und andere Verdauungsstörungen. Nicht bei Sodbrennen.

Zubereitung/Anwendung: Man bereitet entweder einen Kaltauszug, indem man 1 gestrichen vollen Teelöffel Schnittdroge mit 2 Tassen Wasser über Nacht ansetzt, oder besser die gleichen Mengen bedeckt 10 Minuten kocht. Man trinkt 1/4 Stunde vor den Hauptmahlzeiten 1 Tasse voll.

Inhaltsstoffe: Verschiedene Bitterstoffe: Gentiopikrin und Amarogentin. Die zuletzt genannte Substanz ist der bitterste bisher bekannte Stoff überhaupt, welcher noch in über 50 millionenfacher Verdünnung bitter schmeckt. Neben den Bitterstoffen enthält Enzianwurzel noch viel Kohlenhydrate, Voraussetzung der Vergärung zu Enzianschnaps. Je nach Verwendungszweck sind die Erntetermine verschieden: Höchster Bitterstoffgehalt im Frühjahr, höchster Kohlenhydratgehalt im Herbst.

Andere Bezeichnungen: Asperula odorata, Waldmeister

Bilder: 

Pflanzenheilkunde:

Waldmeisterkraut = Herba Asperulae odoratae

ist wohl am bekanntesten in frischem Zustand, als Bestandteil der Maibowle. Auch in getrockneter Form steht die Genussmitteleigenschaft des Waldmeisters im Vordergrund, obwohl die Droge auch leicht entzündungswidrige und gefäßerweiternde Eigenschaften hat. Aus 5 g Waldmeisterkraut, 45 g Erdbeerblättern und 50 g Himbeerblättern kann man einen wohlschmeckenden Kräutertee mischen. Waldmeister (wissenschaftlicher Name Galium odoratum, früher Asperula odorata) enthält vor allem das charakteristisch duftende Cumarin, welches erst beim Verwelken aus einer nicht riechenden Zuckerbindung frei wird. Sowohl in der Maibowle als auch in Form des Deutschen Kräutertees ist Waldmeister unschädlich.

In chemisch abgewandelter Form wird Cumarin zur Verminderung der Blutgerinnung bei Thrombosegefahr und nach Herzinfarkt viel verwendet.

Andere Bezeichnungen: Gewöhnlicher Erdrauch; Gemeiner Erdrauch

Bilder: 

Pflanzenheilkunde:

Erdrauchkraut = Herba Fumariae

Der Erdrauch (Fumaria officinalis) fällt auf durch seine zartgefiederten Blätter und die tiefroten gespornten Blüten. Er ist als Unkraut häufig auf Äckern und Schuttplätzen anzutreffen. Wie viele andere Mohngewächse, zu denen er gehört, besitzt auch der Erdrauch Alkaloide.

Die Droge wird — meist in Mischung mit anderen Heilpflanzen — verwendet bei Störungen des Galleflusses. Ein Fertigarzneimittel aus Erdrauchextrakt ist das Oddibil. Über die genannte Heilanzeige hinaus hat Erdrauch leicht abführende und harntreibende Eigenschaften. Er wird deshalb auch als sogenanntes „Blutreinigungsmittel“ gebraucht.

Andere Bezeichnungen: Rhamnus frangula = Faulbaum; Pulverholz

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Vorkommen:

Häufig im Unterholz feuchter Wälder Europas.

Pflanzenheilkunde:

Faulbaumrinde = Frangulae Cortex = Cortex Frangulae

Heilanzeigen: Darmträgheit, Verstopfung. Wirkung auf den Dickdarm.

Zubereitung/Anwendung: 1 Teelöffel voll Schnittdroge wird in einer Tasse mit kochendem Wasser überbrüht und nach 5 Minuten abgeseiht. Durch Zusatz von etwas Fenchel werden Geschmack und Wirkung verbessert. Man trinkt täglich 1 — 2 Tassen. Die milde und beschwerdefreie Wirkung tritt erst nach etwa 8 (!) Stunden ein. Das klappt dann also, wenn abends eingenommen wird, für einen morgendlichen Stuhlgang.

Man kann auch ½ Teelöffel voll gepulverter Droge, in etwas Flüssigkeit aufgeschwemmt oder in einer feuchten Oblate eingehüllt, einnehmen. Die Droge ist praktisch frei von Nebenwirkungen, sofern sie mindestens 1 Jahr lang abgelagert ist oder 1 ½  Stunden auf 100 Grad erhitzt wurde, worauf der Fachhandel zu achten hat. Frische Faulbaumrinde verursacht Brechreiz und Darmkoliken.

Anmerkung: Auch pflanzliche Abführmittel sollten nicht länger als höchstens einige Wochen ununterbrochen angewendet werden. Vielmehr sollte durch Kostumstellung (Joghurt, Obst, Leinsamenschrot, Weizenkleie) eine Normalisierung der Darmträgheit angestrebt werden.

Inhaltsstoffe: Frangulin, Glucofrangulin, außerdem Gerbstoffe, welche die Abführwirkung leicht bremsen und so die milde Gesamtwirkung der Droge bedingen.

Andere Bezeichnungen: Wald-Erdbeere

Bilder:

Vorkommen:

Pflanzenheilkunde:

Erdbeerblätter = Folia Fragariae

werden von der Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) gewonnen. Sie verfügen praktisch über keine arzneiliche Wirkung (etwas Gerbstoff) außer bei der Zahnpflege, besitzen jedoch einen angenehmen Geruch und Geschmack und werden daher als Haustee verwendet, entweder rein oder gemischt mit Brombeerblättern, Waldmeister usw.

Andere Bezeichnungen: Aufrechter Augentrost; Heide-Augentrost

Weitere Augentrost-Pflanzen

Euphrasia minima = Drüsiger Augentrost; Niedlicher Augentrost; Zwerg-Augentrost; Euphrasia officinalis s.l. = Euphrasia rostkoviana = Gebräuchlicher Augentrost; Hirnkraut; Rostkovius Augentrost; Großer Augentrost; Euphrasia picta = Gescheckter Augentrost; Euphrasia salisburgensis = Salzburger Augentrost; Euphrasia stricta; Euphrasia ericetorum

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Aussehen

Schon der Name zeigt, welche Anwendung die Pflanze seit altersher hat: sie dient vor allem bei Augenleiden als Heilmittel. Vielleicht sind unsere Vorfahren darauf gekommen, weil die Blüten den Augen ähnlich sehen (Signaturenlehre).

Etwa 15 cm hoch, aufrechter, drüsiger, behaarter Stängel, der sich nach oben verästelt. Blätter sind grasgrün, eiförmig und gezahnt. Kleine violett geäderte Blütenblätter mit gelbem Punkt im unteren Bereich (wie ein Auge). Kapselfrüchte.

Vorkommen:

weite Teile Europas, häufig auf Wiesen, Grasland und Weiden

Ernte

Juni – August

Verarbeitung

Tee, Aufguss, Tinktur

Pflanzenheilkunde:

Augentrostkraut = Herba Euphrasiae

Augentrost stillt Schmerzen an den Augen und wirkt entzündungshemmend; er kann als Kompresse genutzt, aber auch als Tee getrunken werden. Sie ist immer auch bei Erkältungen etc. sinnvoll, wenn diese sich auf die Augen schlagen.

Heilanzeigen: Lidrandentzündungen, Gerstenkorn. Selbstbehandlung nur bei leichten Beschwerden ratsam. Magen-Darmbeschwerden bei gereizten Schleimhäuten.

Zubereitung/Anwendung: 1 Teelöffel Schnittdroge und 1 Prise Kochsalz mit 1 Tasse Wasser kurz aufkochen und heiß abseihen. Mit dem heißen Absud Kompressen für Augenumschläge tränken. Empfehlenswerter ist eine Abkochung aus gleichen Teilen Augentrostkraut, Kamillenblüten und Fenchelfrüchten. Abkochung täglich frisch zubereiten!

Inhaltsstoffe: Wenig äther. Öl, antibiotisch wirkendes Aucubin, Gerbstoff

Aufguss:

Einen Esslöffel frischen Augentrost oder einen gehäuften Teelöffel getrocknet mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann durch einen Filter oder ein gewebedichtes Tuch gießen, damit alle noch so kleinen Teilchen zum Schutz der Augen zurückgehalten werden. Für die Anwendung völlig erkalten lassen, die mit einer Augenbadewanne erfolgen kann. Das, was abgeseiht worden ist, kann für einen Tee verwendet werden.

Bei müden, geschwollenen Augen können wir Augentrost und Fenchel gemeinsam anwenden. Der Fenchel verstärkt die Wirkung durch Beruhigung.

Homöopathie

Euphrasia officinalis wird in niedrigen D-Potenzen als Augentropfen angeboten, teils in Fläschchen, teils in kl. Ampullen für den einmaligen Gebrauch. Letztere sind, wenngleich teurer, dann zu empfehlen, wenn sie selten benutzt werden, denn die Flasche ist nicht lange haltbar.

Disclaimer

Diese Seiten ersetzen nicht die Diagnose oder Behandlung durch den Arzt oder Heilpraktiker (Stand November 2013)

Andere Bezeichnungen: Eucalyptus gummi = Eucalyptus divaricata = Gewöhnlicher Eukalyptus; Mostgummibaum; Gummi-Eukalyptus

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Vorkommen:

Heimat Australien, Anpflanzung in vielen warmen Ländern.

Pflanzenheilkunde:

Eukalyptusblätter = Folia Eucalypti

Heilanzeigen: Auswurfförderung bei Husten.

Zubereitung/Anwendung: 1 Teelöffel Schnittdroge in einer Tasse mit kochendem Wasser überbrühen und bedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Man süßt mit Honig und trinkt 3 Mal täglich gut warm 1 Tasse Tee. Mischungen mit anderen Hustendrogen sind zu empfehlen.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Cineol, welches auch Eucalyptol genannt wird. Das gereinigte ätherische Öl hat als innerliches und äußerliches Hustenmittel (Einreibungen, Inhalationen) eine größere Bedeutung als die Droge selbst. Auch viele Hustenbonbons ist er enthalten.

Andere Bezeichnungen: Aralie

Pflanzenheilkunde

Eleutherokokkwurzel = Eleutherococci Radix

wird nach ihrer sibirischen Herkunft auch Taigawurzel genannt. Der sehr widerstandsfähige Busch (Eleutherococcus senticosus) gehört wie der Ginseng zu den Araliengewächsen und wird aufgrund des Gehaltes an Oleanolsäureglykosiden ähnlich wie Ginseng verwendet (siehe dort). Zusätzlich wurde über eine Verbesserung des Farbensehens und virushemmende Eigenschaften berichtet. Die Droge ist als solche kaum im Handel. Die UdSSR liefert Wurzelextrakte.

Andere Bezeichnungen: Cynara cardunculus ssp. scolymus; Cynara cardunculus ssp. Flavescens = Artischocke; Artischoke; Alcachofra

Pflanzenheilkunde

Artischockenblätter = Folia Cynarae

werden etwa seit dem 16. Jahrhundert bei Verdauungsstörungen, Galle- und Lebererkrankungen gebraucht. Hauptinhaltsstoffe der stattlichen Distel (Cynara scolymus) sind neben Flavonoiden das Cynarin und das ungewöhnlich bittere Cynaropikrin. Cynarin (1,5-Dicaffeylchinasäure) stimuliert — wahrscheinlich zusammen mit Cynaropikrin — die Leberfunktionen und senkt die Blutfettwerte sowie erhöhte Cholesterinspiegel. Die Droge bzw. der isolierte Naturstoff Cynarin werden deshalb bei Arteriosklerose eingesetzt. Fertigarzneimittel: Nivellipid (Österreich), bei Störung der Gallenfunktion: Cynarix, Cynarzym, Choloplant. Artischockenblätter können auch als Teeaufguss nützen, jedoch setzt der hohe Bitterstoffgehalt eine Dosierungsgrenze bei etwa ½ Teelöffel pro Tasse. Die Droge ist offenbar frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Sie findet — homöopathisch dosiert — Verwendung in dem bekannten Aperitif Cynar, was jedoch nicht zu der irrigen Ansicht führen möge, Cynar sei gut bei Leberleiden. Durch den gleichzeitig vorhandenen Alkohol wäre hier eher das Gegenteil zu befürchten. Artischocken als Gemüse haben einen eigenartigen Begleiteffekt: Nach ihrem Genuss wird der Geschmackssinn so verändert, dass gewöhnliches Wasser süß schmeckt.

Andere Bezeichnungen: Temoe lawak = Gelbwurz

Bilder

Vorkommen

Gärten, Große Kulturen auf Java, Indonesien, China

Pflanzenheilkunde

Curcumawurzelstock = Curcumae xanthorrhizae rhizoma = Rhizoma Curcumae

Heilanzeigen: Anregung der Gallensaftbildung, Gallenblasenentzündung, Verdauungsschwäche, zusätzlich antiseptische Wirkung,

Zubereitung/Anwendung: Herstellung des Tagesbedarfs: 1 Esslöffel voll grob gepulverter Droge mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrühen und bedeckt 1/2 Stunde ziehen lassen. Durch Haarsieb oder besser Kaffeefilter abseihen und je 1 Tasse zu den Mahlzeiten trinken. Empfehlenswert ist auch eine Mischung mit gleichen Teilen Pfefferminzblätter und Boldoblätter, welche besser schmeckt.

Inhaltsstoffe: 1,5 % gelbe Farbstoffe (vor allem Curcumin), auffallend viel ätherisches Öl.

Andere Bezeichnungen: Cucurbita pepo / C. maxima, Garten-Kürbis

Pflanzenheilkunde

Kürbissamen = Semen Cucurbitae

werden vereinzelt als Bandwurmmittel verwendet, außerdem seit neuerer Zeit auch bei Prostatabeschwerden. Zur Bandwurmkur bei Erwachsenen werden 300 g Kürbiskerne in der Küchenmaschine vermahlen und unter Zusatz von Preiselbeeren und Milch ein Brei bereitet, welcher morgens nüchtern gegessen wird. Der Kürbisbrei tötet den Bandwurm nicht, sondern lähmt ihn nur, so dass er sich nicht mehr am Darm festhalten kann. Nach 2 Stunden muss 1 Esslöffel Rizinusöl genommen werden. Diese Prozedur ist unschädlich, aber nicht so sicher wirksam wie synthetische Mittel aus der Apotheke, z.B. Yomesan. Auch bei der Behandlung von Prostatabeschwerden sind verhältnismäßig große Mengen Kürbiskerne einzunehmen V und zwar von einer schalenlosen grünen Spezialzucht.

Diese enthält u.a. Vitamin E, Phytosterine und Selen. Die Tagesdosis beträgt morgens und abends je 1 gehäuften Esslöffel während mehrere Monate. Der Geschmack dieses Diätetikums ist angenehm nussartig.

 

Andere Bezeichnungen: Weißdorn, Hagedorn

Bilder

Pflanzenheilkunde

Weißdorn-Blüten, -Blätter, -Früchte = Crataegi folium cum f’lore = Flores (bzw. Folia bzw. Fructus) Crataegi

Heilanzeigen: Erweiterung der Herzkranzgefäße, leichtere Formen von Kreislauf- und Herzschwäche im höheren Lebensalter, auch in Verbindung mit Pulsunregelmäßigkeiten, blutdrucksenkend.

Die Droge wirkt völlig anders, als Fingerhut (Digitalis), ist . frei von Nebenwirkungen und nur bei sehr langfristiger Anwendung wirksam. Die Wirkung setzt nicht spontan, sondern allmählich ein.

Zubereitung/Anwendung: Die Droge kann selbst verwendet werden. Im einfachsten Fall nimmt man monatelang morgens und abends je 1 gestrichen vollen Teelöffel einer Mischung aus fein gepulverten Weißdornblättern mit Blüten und Früchten ein. Man bereite sich eine Mischung aus gleichen Teilen beider Drogenpulver.

Auch die Anwendung als Teeaufguss ist sinnvoll. Man brüht 2 gehäufte Teelöffel der Schnittdrogenmischung (ebenfalls gleiche Teile Blätter/Blüten plus Früchte) in einer Tasse mit kochendem Wasser und seiht nach 10 minütigem Ziehenlassen ab. Mit Honig süßen und morgens und abends über sehr lange Zeit je 1 Tasse trinken.

Andere Bezeichnungen:

Koriander; Coriander; Husui, Chinesischer Blattkoriander; Cilantro; Stinkdill; Kolgras; Wanzendill

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Pflanzenheilkunde

Korianderfrüchte = Fructus Coriandri

sind, ähnlich wie Kümmel, wirksam gegen Blähungen, aber nicht ganz so stark. Außerdem wird die Magensaftbildung angeregt. Die lavendelähnlich riechende kugelrunde Droge ist Bestandteil vieler fertiger Verdauungspräparate. Größer ist ihre Bedeutung als Gewürz. Der Handel unterscheidet eine großfruchtige und eine kleinfrüchtige (russische) Sorte, letztere mit deutlich höherem Ätherischölgehalt.

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Deutsche und andere Bezeichnungen

Saflor; Öldistel; Honghua; Safflor; Färbersafflor; Färberdistel

Carthamus lanatus = Kentrophyllum lanatum = Saflor

Pflanzenfamilie

Wirkung

ungiftig, aber bitter etc., = schwach belastend, ++ = schwach giftig, +++ = mittelgiftig, ++++ = sehr giftig, evtl. tödlich

Bilder

Vorkommen

Nutzung

Pflanzenteile:

Ernte:

Pflanzenheilkunde:

Färberdistelfrüchte = Fructus Carthami tinctoriae

Die Färberdistel (Saflor, wilder Safran, Carthamus tinctorius) ist eine Heilpflanze im weiteren Sinne. Ihre gerstenkorngroßen Früchte enthalten ein in der Diätetik hochgeschätztes, weil hochungesättigtes fettes Öl.

Die bereits vor über 3500 Jahren im alten Ägypten als Farbstofflieferant angebaute Saflor-Distel wird jetzt im großen Maßstab in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Südostasien kultiviert.

Distelöl enthält von allen Speiseölen am meisten Linolsäure, die wichtigste essentielle Fettsäure, nämlich über 70 %. Zum Vergleich: In Olivenöl sind hiervon nur bis zu 15 %. Distelöl wird diätetisch unter anderem empfohlen bei Leber- und Gallenbeschwerden, Diabetes und Arteriosklerose. Wegen seines neutralen, nur leicht nussartigen Geschmackes ist es wie jedes andere Speiseöl verwendbar. Tagesdosis für Erwachsene: 40 Gramm (an Stelle anderer, gesättigter Fette).

Das bisher recht teure, bevorzugt über Reformhäuser vertriebene Distelöl wird nun in gleicher Qualität preiswerter auch im Lebensmittelhandel angeboten.

Nach: J. Karl:

Verarbeitung: —

Homöopathie:

Nach Clarke:

Hausgebrauch:

Magie, Rituale:

—-

Geschichten, Erzählungen

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